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Webserie „Doc Love“: Oliver Bender im Interview
Von: Peter Fuchs   Vor 29 Tagen 16 Stunden 48 Minuten
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Webserien gelten als „next big thing“ im Netz. Die Soaps oder Thriller-Serien sind für das Internet produziert und lassen sich zeitunabhängig konsumieren. Besonders in den USA ist der Trend schon im Mainstream angekommen. Sogar Hollywood-Studios produzieren eigene Webserien.

Oliver Bender spielte fünf Jahre lang in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Jetzt kehrt er in „Doc Love“, der ersten Webserie mit schwulen Charakteren, auf die PC- und iPhone-Bildschirme zurück. Er spielt Michi, den jungen Loverboy des Titelhelden. Michis größter Traum ist es, haha, in einer TV-Soap mitzuspielen. Wir haben Oliver Bender zum Interview getroffen.

BRASH.de: Herr Bender, was ist an einer Webserie so besonders?

Oliver Bender: Die einzelnen Folgen sind kurz. Episoden von „Doc Love“ dauern nur fünf Minuten, obwohl jede eine abgeschlossene Handlung hat. Außerdem können die Zuschauer meist mit den Charakteren online in Kontakt treten, sie in Social Networks als Freunde adden. Ich kenne ein paar Folgen von „Moabit Vice“ (Moabit ist ein Stadtteil in Berlin, Anm. d. Red.). Die Serie ist trashig und witzig. „Cortex“ hat eine coole Story und „They call us Candy Girls“ einen tollen Look. Die Filme leben von schnellen Schnittwechseln, der Musik und attraktiven Frauen. Letztere gibt es in „Doc Love“ zwar auch, der Fokus liegt aber in diesem Fall natürlich woanders.

In einer fünfminütigen Episode ist nicht viel Zeit, um einen Charakter in Ruhe zu entwickeln.

Oliver Bender: Ja, die Zeit am Set ist begrenzt. Glücklicherweise sind die Charaktere einer Webserie nicht so komplex angelegt. Das spart Zeit und macht trotzdem viel Spaß. Vor allem den Zuschauern, hoffe ich.

Sie hatten also Spaß bei den Dreharbeiten von „Doc Love“?


Oliver Bender: Ich habe mich einfach wohl gefühlt. Humor ist die Geheimwaffe bei der Arbeit. Er lockert selbst an Drehorten wie einem schmuddeligen Darkroom bei Tageslicht oder in einem fremdem Bett die Stimmung auf.

Laut Drehbuch ist Michi eine „geile Schnitte“. Wie bereitet man sich auf so eine Rolle vor?

Oliver Bender: Zwischen meiner Zusage und Drehbeginn blieb wenig Zeit. Trainieren war sinnlos, Anabolika zu unsicher und aufgeschminkte Bauchmuskeln zu gewagt. Aber ich hoffe mal, die Produktionsfirma hat sich bei der Besetzung etwas gedacht.

Michis größter Traum ist eine Rolle in seiner Lieblings-Soap. Hat er das Zeug dazu?

Oliver Bender: Ja, er ist ehrgeizig, zielstrebig und sympathisch talentfrei. Aber ich bezweifle, dass Soap-Star ein toller Traum ist. Keiner fragt sich, was danach kommt. In so einer Serie stirbt man schließlich nie eines natürlichen Todes.

Hatten Sie bei der Arbeit Scheu vor Klischees?

Oliver Bender: Ich hatte Berührungsängste. Eine „schwule“ Rolle zu spielen, konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Aber dann dachte ich mir, hey, es ist Comedy, so schlimm wird es wohl nicht werden. Also ab ins kalte Wasser. Heute kann ich sagen: Ich bereue nichts!

Wo ist Oliver Bender 2010 neben „Doc Love“ noch zu sehen?

Oliver Bender: Mit meinem Label „Gloomster Films“ habe ich nach „BlowBack reloaded“ und „Stille Post“ gerade den Kurzfilm „Damage“ abgedreht, mit dem ich 2010 auf die Festivals will.

Planen Sie einen Wechsel hinter die Kamera?


Oliver Bender: Das kann ich mir gut vorstellen. Regie oder Produktion würde mich reizen, aber das Schauspiel bleibt meine Nr.1.

www.oliver-bender.com
www.gloomster-films.com/filme.html


„Doc Love“
Regie: Holger Schmidt
mit: Dieter Bach, Oliver Bender, Romy Haag, Ellenie Salvo Gonzalez u.a.
ab 15. Februar 2010 auf www.3min.de






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