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No Historical Backspin: Star-DJ Monika Kruse gegen Rassismus
von Stefan Guther am 10. Dezember 2009
BRASH.de: Frau Kruse, warum haben Sie als DJ das Charity-Projekt „No Historical Backspin“ ins Leben gerufen? Monika Kruse: Im Jahr 2000 gab es mehrere Übergriffe auf Ausländer. Das fand ich als Deutsche in meinem Heimatland sehr beschämend und nicht hinnehmbar. Ich wollte ein Zeichen setzen, da ich unsere Musikszene unmittelbar mit den Begriffen Toleranz, Internationalität und Weltoffenheit verbinde. Warum ist so ein Projekt immer noch notwendig?
Wie macht sich Rassismus in der deutschen Club- und Musikkultur bemerkbar? Durch ein Defizit an Toleranz und Akzeptanz gegenüber Andersdenkenden und Anderslebenden. Frauenfeindlichkeit, Sexismus, Homophobie oder Ausgrenzung, etwa von Türken und Arabern, ist in deutschen Clubs eine regelmäßige Erfahrung. Genauso wie ich als Frau immer noch feststellen kann, dass die Technokultur doch nicht so frei von Vorurteilen ist, wie man es annehmen möchte. Jedoch habe ich mit „No Backspin“ immer viel Zuspruch, Interesse und Unterstützung aus unserer Techno-Szene bekommen. Kommt Ihre Botschaft für mehr Toleranz bei den Ravern wirklich an oder wird nur gefeiert, egal wie das Motto beschaffen ist? Den Ravern ist sehr wohl bewusst, um was es bei unseren Partys geht. Gerade das friedliche Miteinander während unseren Partys steht den gewalt- und hasserfüllten Aktionen der Neonazis entgegen. Ich weiß, dass ein großer Teil der Techno-Szene politisch interessiert ist. Ihre „No Backspin“-Veranstaltungen finden hauptsächlich im Osten Deutschlands statt. Ja, weil dort die rechten Parteien aktiver sind und vor allem Jugendliche für ihre verqueren Ideen gewinnen wollen. Die nächste Party am 16. Dezember 2009 veranstalten wir in Leipzig, weil dort die NPD im August 2009 zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in einen Landtag wiedergewählt wurde. Unterstützt Sie die Lokalpolitik bei Ihren Partys?
Wie soll es im nächsten Jahr mit Ihrem Projekt weitergehen? Hoffentlich mit vielen weiteren erfolgreichen Partys! Mein Traum ist es, in 2010 die „Zehn Jahre No Backspin Jubiläumsparty“ im Berliner Berghain zu veranstalten. Party: No Historical Backspin mit Monika Kruse, Tobi Neumann, Heartthrob, Markus Welby und Daniel Stefanik. Destillery Leipzig. www.nobackspin.de Ähnliche Artikel Versuch gelungen: Lana del Rey zeigt sich auf ihrem Debüt „Born To Die“ facettenreicher als… Nach unseren Filmen und Männern des Jahres und in liebgewonnener demokratischer… An dieser Stelle lässt uns Nilz Bokelberg jeden Montag an seinen Fernsehmomenten der Woche… |